Liebe zum Buch hat jener, der abends in seinem Zimmer sitzt und es ist still geworden und auf einmal sind ihm die Bücher im Zimmer wie lebendige Wesen.

In seltsamer Weise lebendig. Kleine Dinge und doch erfüllt von Welt. Ohne Regung und Laut dastehend, und doch bereit, jeden Augenblick die Seiten zu öffnen und ein Zwiegespräch zu beginnen: stark oder zart, voll Freude oder Trauer, von Vergangenheit erzählend, in die Zukunft weisend oder Ewigkeit rufend, und um so weniger zu erschöpfen, je mehr der zu schöpfen vermag, der zu ihnen kommt.

(Romano Guardini. In: Max Rößler: Hausrezepte für den Ruhestand. Don Bosco Verlag München 1984)