Ein Freund des Hauses schreibt über sein Leben. Er lebte eine zeitlang mit uns zusammen, also kommen wir auch vor, was wäre ich neugierig; man stellt sich Großartiges vor. Er sprach von Memoiren; Autobiographie ist ein holpriges Wort ohne diese Extraaromen des wilden Einzelgängers im Elbflorenz. Und andernorts. Seine alte Mutter starb im Holzhaus in Anwesenheit ihres künstlichen Quakpapageis, vom einsamen Neffen geschenkt. Mehr sage ich erstmal nicht, überlege stattdessen, ob ich auch dergleichen schreiben würde, könnte, versuchte. Nein.

Was nicht am Vers vom sittsamen Veilchen im Moose liegt, sondern an brutalem Unwillen. Eintopfgemüse schnippeln, Socken waschen, Betten beziehen, häusliche Servicekraft für Mann und Kinder – daran liegt`s auch nicht. Nie zu sehr gewesen, lieber in pädagogischen Faselställen unterwegs, Fortbildungen in Schrägdachhäusern, Lehrerfremdgehoasen seinerzeit, in alternativen Dorfkinos mit Anschlussdiskussion, mit Freundin in Cafes erzählen über ihre neuesten Besuche im Swingerclub, oder mit der andern über den letzten Kugelblitz im Sozialdemokratenhaushalt.

In der ländlichen Großmutternische dem tobenden Leben fremd werden, Schneeglöckchen und Märzenbecher aus dem Boden ziehen, braune Riesenblätter sammeln und in den Kachelofen stopfen, mit dem Enkel Deckenhütten bauen oder Fischbücher verkaufen spielen, das ist aktuell. Rotwerdlektüren lesen, wie beispielsweise Geschichten von Jan Stressenreuter „Figgn, Alda!“.

Filme über Vulkane, Schneefüchse und Zwinkerfliegen anschauen. Gerne.