Irgendwann bekam ich ein helles leeres Leinenbuch geschenkt, mein Spurenbuch, in einem Kloster hergestellt; nur die ersten paar Seiten habe ich,  kreuz und quer mit ausgesuchten Sprüchen, die mir damals wichtig waren, gefüllt. Da lese ich beispielsweise:

Moral ist, wenn man so lebt, daß es gar keinen Spaß macht, so zu leben. (Edith Piaf)

 

Ich bin. Aber ich habe mich nicht.

Darum werden wir erst.  (Ernst Bloch)

 

Schriftsteller wissen über ihre Werke so viel, wie Vögel über Ornithologie.  (M. Reich-Ranitzki)

 

Professoren sind nicht dumm,

Schuster sind geschickt mit Leder

Mörder bringen Leute um,

irgendein Talent hat jeder.  (Franz Wittkamp)

 

Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.   (Friedrich Hebbel)

 

Hier noch ein paar autorenlose Zitate:

 

So möchte ich sterben – möchte ich noch denken, bevor ich sterbe.

 

Hochzeit ist `ne Beerdigung, auf der man die eigenen Blumen riecht.

 

Die Vergangenheit ist zum Erinnern da, nicht zum Leben.

 

Alle Täter waren Opfer, aber nicht alle Opfer werden Täter.

 

Wer war ich damals zu Zeiten der Spurenbuchanlage? An einigen dieser Sätze kann ich mich noch immer erwärmen!