Das Land winterte zu unter dem Beifall

des Schilfs. Braungelber Ocker säumte

hell das lehmige Ufer, mein Herz war

ein wässriger Schwamm. Unter Wasser

flogen jetzt die Vögel, und unsichtbare

Tiere gruben Laufgräben unter dem Schnee.

Schaum auf den Steinen, vom Nordwind

zerzaust. Man trägt winters einen Steinhauf

über dem Körper zusammen, legt Moosbeeren

drauf für die Tiere. Irgendwo ein Feuer,

und man ahnt, die Zeit zerspringt in der Flamme.

 

(Michael Krüger: Idyllen und Illusionen. Tagebuchgedichte. Quartheft 165  Verlag Klaus Wagenbach Berlin 1989)