Winterabend

 

Der Nebel legt sich kühl und grau

auf die Dinge, und nur Laternen

und die weißen Hauben von Schwestern

schimmern. Und einzelne Worte fallen

wie Regentropfen … Gestern …

und:  … meine Frau …

und seltsam hallen

sie nach wie Gedichte

und man denkt eine ganze Geschichte

aus ihnen zusammen.

 

Ein einsamer Schritt verweht noch im Norden,

die Straßen sind still,

und der Lärm ist müde geworden,

weil die Stadt nun schlafen will.

 

(Wolfgang Borchert. In: Atem der Erde. Lyrik zu den vier Jahreszeiten. Hrsg.: Asta Scheib. Radius Stuttgart 2013)