Zentnerweise möchte ich Granatäpfel essen, anschließend die rotgesprenkelten Dinge und Wände und Fußböden nicht säubern, sondern als Event grausam stehen lassen. Vielleicht ein paar alte rieseneiserne Türschlüssel da und dort dran heften, nicht auf irgendeine Wirkung bedacht. Freiheit in jede Hütte. Und dann da sitzen und Grimassen ziehen. Das wäre der Einzug einer klinischen Altersblöd – oder Verrücktheit. Ach, wir warten damit noch, bis jemand es Kunscht nennt oder Marina Abramovic vorbeikommt und beim Granatapfelschälen hilft. Scharfe Messer hat sie!

Nach Niederschrift dieser rotbrünstigen Fantasie sinke ich in kein Erschöpfungskissen, halte auch nicht die zarten Großmutterhände aus dem Fenster, sondern befeuere ganz wärmenutzbringend den Kachelofen. So dann erfolgt abschnittweises Weiterlesen im kapriziös schönen Buch über die neue Generation Frauen: „Emilienne“ von Anne Berest.

Und überhaupt, dieses ganze Erzählen von Ich-Sachen, wer hat mir das erlaubt?

Lieber für die gesamte Nachbarschaft Kuchen backen, dem Enkel kratzige Höschen häkeln, den Flüchtlingskindern von gegenüber zuschauen, wie sie den armen Dackel des Hausbesitzers verhauen?

Ach, komm, such ein kleines Schrummsbummsgedicht, und dann…