Still und etwas rundrückig steht der kleine Schneemann vor der Tür des viruskranken Kindes. Wenigstens pinkeln die Katzen nicht dran.

Mit Spätaufstehfrisur zum Briefkasten gewandelt, dabei frierende Busfahrleute gesehen.

Bücher aussortieren, unbedingt ein freies Fach schaffen für meine Fachliteratur über Worte und Wörter, ausgereiste, ausgereizte, fast vergessene, Lieblingsworte von Gebissträgern und Bäckerblume.

Lyrik, im Buchladen schmal und populärzeugsreich, bei mir füllt sich das dafür vorgesehene Fach mehr und mehr mit beispielsweise Strittmatter, Kirsch, Fried, Rilke, und Querbeetsammelbändchen. Letzthin bekam ich wieder ein schönes geschenkt: Leineneinband mit Goldtitellettern „Der Wunderdoktor“ von Eugen Roth. Hanser-Verlag 1955 – boah, den gibt es ja schon sehr lange, den Verlag!

Zu dem Regalstück über Bäume kommt natürlich das neue Buch von Rosadora (s.Blogroll), frisch eingetroffen „AALIYAH die helle hübsche“ – wo ich doch auch im Wald stets nach Moderstrukturen und unsichtbaren Wesen suche.

Was nächtliche Träume betrifft, da erinnere ich derzeit nichts, außer bisschen Brücken, Tunnel, Schiffe, Vulkansachen. Keine sich bäumenden Schimmel oder nach meinen Zehen schnappende Füchse, keine Hängebauchschafschweine oder Überschwemmungen, erst recht keine gefährdeten Schulklassen oder Traurigmädels.

Noch ein paar schöne Ausdrücke aus meinem Rockzipfelbuch:

Die Motten kriegen – in Schale werfen – Teurer Zwirn – in die eigene Tasche wirtschaften – in trockenen Tüchern ….

(Am Rockzipfel. Redensarten rund um Kleidung und Stoff. Edition Textile Geschichten. Susanne Schnatmeyer, Berlin 2016)

„Redensarten sind gleichsam das Kleid der Gedanken.“ Johann Jakob Engel