Muß ein Sommergedicht heiß sein

 

Muß ein Sommergedicht heiß sein,

ein Herbstgedicht leis sein,

ein Wintergedicht weiß sein

 

frage ich. Schnee schneit mich ein.

Der Feldweg eine Andeutung, ich bin allein,

der Volksmund sagt mutterseelenallein –

Meine Fußspuren, schon füllt sie der Schnee.

Ich trage ein heißes Gelüst in mir:

einen Schuß Rum  in dampfendem Tee.

 

(Rainer Brambach. In: Atem der Erde. Lyrik zu den vier Jahreszeiten. Hrsg.: Asta Scheib. Radius Stuttgart 2013)