„…und ziehe mich manchmal für einige Tage oder auch Wochen zurück. Der Begriff dafür lautet: Klausur. Ich gehe in Klausur, um Kontakte jeder Art stark zu reduzieren, täglich mit nur wenigen Menschen (und meist mit überhaupt keinem) zu sprechen, mich in dem Gartengelände um ein kleines Wohnhaus herum aufzuhalten, spazieren zu gehen, „Balladen“ zu lesen, Tee zu trinken und abends an einem Küchentisch zu sitzen, um (bei einem Glas Wein) laute Monologe (nur für mich selbst) zu halten. Das Ganze nenne ich „wohnen“.“

(Aus: Hanns-Josef Orthei „Was ich liebe und was nicht“, Luchterhand München 2016)