Am winterlichen Weiher

 

Kein Strahl durchbrach des Himmels Grau.

Das Land lag starr und kalt und weiß,

und nur ein Leuchten stieg vom Eis,

das wie ein Hauch aus Silberblau

 

von Ufer sich zu Ufer spannt,

ein letzter Schimmer matten Lichts,

ein müdes Lächeln des Verzichts,

so abgeklärt, so abgewandt.

 

Ein Schwarm von wilden Gänsen hob

sich irgendwo, zerriß den Raum,

zerriß in schrillem Schrei den Traum,

der diesen Weiher still umwob.

 

(Wolfgang Bächler. In: Atem der Erde. Lyrik zu den vier Jahreszeiten. Hrsg.: Asta Scheib. Radius Stuttgart 2013)