„Ich liebte Märchen über alles, besonders die blutrünstigen Versionen. Meine besorgte Mutter erzählte mir die vegetarischen Fassungen, aber von einer robusten und sehr jungen Babysitterin hörte ich die blutigen. Gefragt, welche Fassung mir denn besser gefiele, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen: die mit dem Blut! Denn grässlich mag ich gern! Na klar – die Dramaturgie der grösstmöglichen Fallhöhe erkennt schon jedes kleine Kind.“

(Dorris Dörrie „Die mit dem Blut“. In: Über das Erzählen. DU 829. Sechzig Jahre Diogenes. September 2012)