Dort am Brunnen saß der müde Marienkäfer. Nach warmen Anhauchungen erhob er sich, krabbelte herum, flog gar weg. Der Enkel staunt, fragt einige Male, wo der denn jetzt hin sei. Vielleicht in einen hungrigen Kohlmeisenbauch oder einfach zu den Nachbarn geflogen, die haben einen Rheinhessenschaugarten mit zahllosen Unterkünften für solches Kleingetier. Insektenmotels inbegriffen.

Das Bummeln in der kleinen Stadt erwärmte später mein Herz, ganz ohne Glitzer und Blingbling, mit der Schwester inniglich, die entzückende Tortenbäckerinnen lobte und starke Fotos machte.   Sie hat den Blick für den Moment, zackzack, und ich bemerkte davon nichts.Am Nachbartisch im Cafe saß ein Herr allein, vertieft in einen Krimi, der ähnlich hieß wie „Wahre Freunde“; selten gewordener Anblick eines lesenden Menschen.

Andere Familienmitglieder tummeln sich derzeit auf Palmeninseln, wonach es mir nicht steht. Dafür schaue ich ab und zu diese menschenleeren Skigebiete an am Morgen auf 3sat, und schäme mich fremd für das, was ich da sehe.

Zum Lachen gehe ich in meine Stube oder bei den Nachbarn frühstücken.

Die, die die Post bringt, bricht fast zusammen unter den mehr und mehr zunehmenden Paketlasten. Hier hat jemand ein Igelhaus bestellt. Ein schweres Teil, das zu beziehen sein wird. Nachts trippelt er schon schnaufend um die Komposthaufen oder kugelt sich vor die Katzen.

Das nächste Buch muss unbedingt ein neues Thema haben. Von Emailromanen vorläufig gesättigt. Immer treffen sich per Zufall welche, schreiben sich langsam, immer heftiger, lernen sich mal kennen, mal auch nicht, es gibt Stichflammen oder es wird für ewig. Wie gesagt, nach dem Kriegsfotografenroman „Daldossi“ (Sabine Gruber), nicht anders gewollt, aber jetzt vielleicht was mit endlosen Wanderungen, kuriosen alte Menschen, oder etwas über Galerienknaller, russische Tagebücher, das Leben an sich…mal sehen.