Immer noch fallen Blätter. Behütete, bemützte Leute laufen rum. Die Nachtbringzeitungsfrau kümmert sich im Tagebau um anderswo entsorgte Tiere, Armkatzen meist. Umwälzende Lebensveränderungen finden statt, oder dass jemand stirbt. Lange Jahre wurde der alte, früher tenorig singende Wanderburschschuldirektor von seiner Frau gepflegt. Nun ist sie von einem auf den andern Tag ohne diese Fürsorgearbeit. Damals fand man ihn erst nach Stunden in seinem Keller. Zu spät. Wachkomaähnlich danach. Eine Generation über uns, ja, und immer noch bin ich nur Halbwaise. In diesen Tagen gerät man in golden ausgeleuchtete Geborgenheitshöhlen. Die man in sich finden könnte. Warm und mummelig ist es darin, mit gar nicht mal vielen Dingen, sondern einfach mit saftigem Liebesaroma tapeziert. Vorarbeiten fanden bei einem gemeinsamen Winteressen statt. Der Enkel schnattert vor Familienfreude und alle reichen sich Worte und Buntsalatschüsseln.

Später das Buch wartet am Bette – über eine durch Emails entstandene Liebe. Denen wird es auch recht selig. Mal schauen, ob die jeweils gebundenen zwei Menschen am Ende ihr Leben ändern und es miteinander weiterführen: „Fremdgehen“ von Lisa Elsässer. Edition Blau im Rotpunktverlag Zürich 2016.