Diese Dame trug einen Hund bei sich, den sie „Fifi“ rief nach einer französischen Heroine, die ihr Leben gewissermaßen unter dem affektierten, flauschigen Regiment des Hundes gelebt und nach Kirschtorten gelechzt und sie auch bekommen hatte.

Die andere Dame war eine Witwe, die ein bißchen weniger bestimmt auftrat, und deren Leidenschaft war Eis. Was mich angeht – ich lachte, ich lachte eine Menge. Lachen ist unüblich. Nach dem ersten Lachen erging sich der gesamte Speisesaal in Mutmaßungen über mich – nach dem zweiten waren sie zu einem Schluß gekommen – nach dem dritten hatten sie mein Leben bereits in die Hand genommen.

Abends erinnerte ich mich eines Kummers, doch der gute, freundliche Professor hatte eine Vergangenheit. Sie ging etwa so:

„Ich habe einen hübschen Mund, doch früher war er hübscher. Als ich noch weiße Zähne hatte. Die Frauen drehten sich regelmäßig nach mir um, und eine Dame, es war eine Marquise, ließ Pferd und Kutsche stehen, um mir zu Fuß nachzugehen, und wieder ein anderes Mädchen, eine Spanierin, die die meiste Zeit ihres Lebens in Madrid verbracht hatte, war bereit, ihren Gatten und ihre sämtlichen bisherigen Eindrücke aufzugeben -“

Ich sagte: „War das denn nötig?“

Er sagte: „Nein, das ist ja das Problem, Frauen möchten immer irgendwas aufgeben.“

Ich sagte: „Ist das Meer nicht schön?“

Er sagte: „Ich weiß nicht. Ich kann mich bei Dingen, die in großen Mengen vorhanden sind, nie recht entscheiden -“

Später sprach er von der Liebe.

 

(Kleiner Ausschnitt, der es mir angetan hat, warum auch immer, aus: Djuna Barnes: Paris, Joyce, Paris. Verlag Klaus Wagenbach Berlin 1988)