Der Hausschnakenstich am Zeigefinger juckt bis in die Träume. Meine bestellte Lektüre ist noch nicht da, deshalb lese ich im neuesten „Mein heimliches Auge“ quer und kreuz, und plane einen Besuch im Lieblingsbuchladen. In dem gibt`s nicht nur Katholisches und Regionalliteratur, dabei keinerlei „Heimliche Augen“; die gab es vor vielen Jahren in der Wohlthat´schen in Mainz. Da stand man schwummrig vor den Regalen, neben Herren, die sich augenscheinlich mehr für die Eisenbahner-Bildbände daneben interessierten. Oder so.

Das Brechtgedicht über die einfachen Dinge am Morgen könnte ich etwas auf meine oder andere Personen umschreiben, allein mir fehlen die Gelüste, die Goldeneroktoberdinge lyrisch zu verbraten. Ich lese nur dergleichen gern, schreiben will ich lieber so im Chaosassostil. Assoziationen. Diese überfallen mich gern nach dem Genuss von Schnippelbohnen, Maultaschen oder hellen, ungesunden Brötchen mit dick Pflaumenmus drauf. Keine Lyrikwerkstatt hier, eher eine Wörterschneekugel, heftig aufgeschüttelt ab und zu.

Jetzt kratz ich wieder am Fingerstich rum. Dass ich aber auch immer auf irgendwas zeigen muss!