Noch im Nebel schwirrten seltsame Gestalten ums Haus. Das Verputzergeschwader machte sich in der Frühdämmerung an die Arbeit am engsten Nachbarhaus. Schrubb, schrubb, das Geräusch. Schnell die Über-Unter-Zuckerungstabletten samt Altersvorsorge eingenommen und auf Hochleistungsantrieb gewartet. Man kennt sich niemals so ganz – oder? Man will den Aquarellkasten rauskramen und mit Nebelfarben wuchern. Die Starenabwehrschüsse aus den Weinbergen geraten dabei knallrot, die aufsteigenden Rheinkrähen mehr so schwarzduster.

Als Hotspot eine winzige Babywärmflasche im Bett, da meine alte vor lauter Dauerbenutzung urplötzlich an einer Bettflascheninkontinenz zu leiden begann. Hauptsache, ich bin noch dicht, sogar bei ungestümem Platzherausgelächter. Selten im Bett, mehr so kurz davor, wenn der Gatte mir aus einem Heftigkrimi schräge Kommissarsgedanken vorliest.

Bei den Leuten gegenüber noch alles still, der alte Hund kriegt eh Antibellvalium oder Animalschweigekügelchen.

Nachher ein paar Stunden Enkelaufsicht. Ich bin wieder die Ampel, und er will mir andauernd den Führerschein zeigen. Oder wir laden den grünen Kipplaster voll mit Menschärgerefigürchen. Aus den Würfeln bauen wir Mauern auf Traktoranhänger. Immer wieder was machen, an das zu machen man noch nie vorher dachte!

Der Nebel verzieht sich, der Morgenearlgrey liegt tief im Altweiberbauch, das Herz hüpft auf Grün. –