Kalenderblätter abreißen, die Rückseiten betrachten (gerade auf dem Apothekenkalender eine Abhandlung über Hartriegelgewächse gelesen) oder beschriften, bemalen, bekritzeln. Ins Sinnieren kommen über kommende Tage. Warmknödelrezepte wälzen, Walnüsse schnell ins Trockene transportieren, wobei der Enkel mit seinem blauen Eimerchen fleißig Hilfe leistet. Beim Bücken entfährt ihm ein Pups und dazu ein passendes Huch!

Die Jahreszeit der Feuilletonlesereien beginnt. Suche Lektüre, werde jedoch keine Spiegel – oder sonstigen Bestsellerlisten abarbeiten; wobei mir dieser Hype um irgendeine unbekannte Italienerin auf die Nerven geht. Dann grad nicht! Lieber lesen über kleine, träumende wildalte Kriegsfotografen, deshalb kommt von Sabine Gruber „Daldossi oder das Leben des Augenblicks“ auf den Nachttisch.

Mein Geschenkeeckchen für alle Fälle will aufgestockt werden; die Gedanken flattern ums Medikamentenschränkchen meiner Mutter. Neben der Sammlung von Zuckercafeandenkstückchen gab es Tavor und so Zeugs. Hormönchen eh, sie hörte auf ihre Ärzte. Tavor aber ist heftig. Gegen meine manchmal steinharten Schulterverknotungen hilft liebevolle Warmhandmassage. Sollte ich weiter darüber nachdenken, warum sie diese speziellen Tabletten hatte?  Ach was, ich weiß es ja. Immer und immer wieder in diese tiefdunklen Pfühle springen – ne, komm, meine liebe, ich bewahre mich selbst und sanft davor.

Gehe stattdessen zu weiteren Kalenderrückseitensichtungen und Arbeiten damit über, beispielsweise Listen machen fürs Geschenkeeckchen!