Meinen Briefkasten fände ich gern mal knallgefüllt mit Postkarten, quasi statt einem Lottogewinn. Oder ein Himmelspäckchen, sorgfältig mit den schönsten, feinsten Stoffstücken gefüllt, zwischen den Lagen schmale Knisterbeutelchen mit im Cafe Schafheutle hergestellten Pralinen. Von Tomaselli wär`s ebenso gut. Salzburg.

Auffällig häufig ist es Freitag. Viele gieren danach und gehen surfen.

Einer hat ein sich hingesetzt und unsortiert aufgeschrieben, an was er sich erinnert. Paar Beispiele:

„Ich erinnere mich, dass ich gerne rohen Kuchenteig aß.

Ich erinnere mich, dass ich mir vorstellte, meine ganze Familie würde bei einem Autounfall ums Leben kommen, nur ich nicht, und dass mir viel Mitgefühl und Bewunderung zuteil würden, weil ich mich so tapfer hielt.

Ich erinnere mich an Socken auf dem Boden (ich sehe sie genau vor mir), Socken, die ich, nachdem ich sie einen Tag getragen hatte, einfach wegschleuderte. Irgendwie sah das richtig gemütlich aus.

Ich erinnere mich, dass ich nicht verstand, warum Aschenputtel nicht einfach ihre Siebensachen zusammenpackte und abhaute, wenn alles so schlimm war.“

Ich liebe es, zwischendurch immer wieder in einem von Paul Austers Lieblingsbüchern, inzwischen auch meinem, zu lesen:

Joe Brainard: Ich erinnere mich. Walde-Graf Verlag AG. Zürich 2011