Die Gattin des Emil Nolde hieß Ada. Was habe ich mir wieder Gedanken gemacht über sie. Die Damen hinter den großen oder kleineren Künstlereigenbrötlern, den verschwitzten Schreibern, den nöligen Meckerregisseuren, den politischen Konzernantisängern, ein paar wenige kannte ich näher oder wusste was…

Jedenfalls gestern am heißesten Septembersonnenbrülltag in die kleine Ausstellung Emil Nolde und Die Brücke mit nur 70 Exponaten und zwei perfekt aufpassenden Kühlaggregatwärtern in feinen Anzügen. „Ein Stück Norddeutscher Himmel“ – Link im ersten Kommentar.

Andere hitzige Stadteindrücke: in einer Parfümerie sprühte die Verkaufsdame das teure Zeug genau neben meine Schwester. Auf einem Stromkasten lagen alte Videos im Karton, fein beschriftet mit „Doktor Schiwago“ und ähnlichen Titeln, in der Kneipe daneben gab es „Pflügsalat“ – aha. Bürokerle mittagpausten im dunklen Sacko, die Hemden darunter sicher unter Salzwasser.

Die iranisch aussehende Schönheit mit Kind und Mann nebendran im Eiscafe flötete plötzlich in feinstem Hochdeutsch lauthals in ihr Handtelefon, dass sie Schmerzen in der linken Brust habe, dass man da was machen müsse plus weitere intime Einzelheiten- habe geflissentlich weggehört und mit ihrem Kind geschäkert.

Den stickigen Parkhäusern schnell entflohen, um schattigem Landleben zu frönen. Was für ein luftiges Glück!