Ach, was könnte aus dem Zimmer werden, in dem das Verpackungsmaterial für den Buchverkauf sich stapelt? Buchverkauf ist beendet.

Und diese Geburtstagskarte zum 26. – ob da irgendwann irgendwer kommt und drohend nachfragt, warum ich die nicht mehr habe?

Alte Reißzwecken, Frühlingszwiebelzusammenhaltgummis, schön beschriftete Briefumschläge, Museumskärtchen, ja sogar Seifenumhüllungen mit Jugendstilmusterpapier, Pinsel, noch aus dem Wasserfarbkasten der eigenen Schulzeit, halb zerbrochene Karteikartenkästchen, Fotos toter früherer Freundinnen, edle Parfümkartönchen, Hotelnotizblöckchen, ich will alles weiterhin um mich haben!

Zitatenbücher (Warum Frauen wie Teebeutel sind – oder Gedanken über das Reisen), Die Märchentruhe, Wörterschatz, gewonnene Bücher, wie damals den Prachtband über Paul Klee oder diese Bibel mit den modernen Kunstwerken eingemischt, all die schmalen Reclambändchen, Schmuckumschläge der Insel-Gedichtbücher….nein, wegwerfen geht nicht, obwohl ich weiß, dass die irgendwann im Container landen – dann sollen sie halt!

Klamotten gehen noch am einfachsten, die Hosenbänder knirschen morsch, nix hält mehr; Blusen sehen aus wie die einer frommen Chorsängerin – trug ich das etwa beruflich? Verrückte Rock-n-roll-Röcke trug ich nie, nur senfgelbe Kastenkleider oder Flatterhippiezeug. Der Enkel wird meine Uraltknickerbocker auch nicht tragen mögen später. So viel kann weg. Ich muss nur den Heribert-Wolfgang, den Schlechtgewissenshund übertölpeln.

Heute Abend nicht mehr, da warte ich auf den bissigen Maxim Biller, der nachher vielleicht wieder die Frau Westermann abschätzig betrachtet, ob ihrer Gefühlswallliteraturbesprechungen.