In New York war ich noch nicht, will auch nicht mehr hin, von daher habe ich die Höchsttouristendichte woanders erlebt. Einmal zur gewissen Zeit in Rüdesheim und einmal zur anderen gewissen Zeit auf der Flaniermeile Rambla in Barcelona. Ruhig war es dort nur im leicht muffeligen Räumchen neben der angerosteten Fickmaschine im Erotikmuseum. Kichernde Paare zeigten auf historische Dildos, dergleichen hat man wohl seit Menschengedenken in Gebrauch.

In einem feinen Zeitungsartikel lese ich von einer privaten Abendversammlung mit lauter Kulturmenschen auf einer kostbaren Dachterrasse über der Rambla. Erfahre ua. von einem Puppenspiel- und Kasperletheaterforscher. Wie schön, dass es so einen Beruf gibt. – Und Oliven seien gut für Träume. Her damit!

Mein alter Vater steht vor einer leicht riskanten Operation, die seine Gehfähigkeit wieder herstellen soll. Das wird in ungefähr zehn Tagen sein. Was er bis dahin tue, fragte ich ihn. Na, lachen, war seine glucksige Antwort. Der hat Nerven. Warten, so oder so also!

Wie krieg ich den Schlenker zurück zu den Flanierstraßen?

Prompt Atemnot, weil beim Konzert der Stones mal fast erdrückt – oder beim Heidelberger Herbst so eng geschoben werden, dass kein eigener Weg zu finden ist, außer raus aus der Masse.

Nein, Drosselgassenmassen jetzt und für immer unerwünscht. Meiden, auf jeden Fall. Lieber Waldeinsamkeit oder Schreib- und Lesestübchenstündchen.