Gewaltige Worte fände ich gern. Auf dem Komposthaufen wachsen wieder fremdartige Triebelchen raus. Aja, weißt du noch, die Dattelkerne von Weihnachten 2002 platzten im heißen Frühlingssommer des nachfolgenden Hitzejahres auf, zwei spitzige, harte Blätter, weiter ging`s aber nicht. In Töpfe verpflanzt und mit Hoffnung auf Dattelpalmbüsche erst recht nicht.

Die gewaltigen Worte müssten welche der absurden Sorte sein, gewöhnliche Erbsensprache kann jeder.

Gelesene „Weltliteratur“, schräge Bücher, brave Vicki-Baum-Sachen oder schon etwas frivolere von Francoise Sagan, Henry Miller, Jack Kerouac könnten meinem freiheitsliebenden Schreibhirn gern was beigebracht haben.

Oder die Gespräche mit verlorenen Seelen, Abseitigen, Andersdenkenden, tja. Rotzfreche Hysteriedamen, verständnislose Halbseidene, rüde Zuhälterschnauzen, kranke Psychiatriedirektoren, der arme Jonny Schnapsglas, die verhurte Diskokameradin, die verrückte Matheprofessorin aus Österreich, die bei mir zu Besuch war, aber noch nichtmal den Bankautomaten bedienen konnte – was soll ich sagen – ach, kommen Sie, Herr Dr. Schimmel, wir schauen mal nach, auch diese Nuss muss zu knacken sein! –

Mit zwölf die Trappergeschichten aus der Taiga, so gern gelesen, doch nie in solch stinkigen Felljägerhütten gehaust. Keine zappligen Eichhörnchen enthäutet, keine Wasserlöcher in die zugefrorene Lena gehauen, war ja die Fabulierkunst der Autoren, die wohl wie Karl May niemals in den beschriebenen Gegenden waren.

Gewaltige Worte kommen in heimatlichen Fließgewässern eher vor. Gänge am Rhein oder am örtlichen Rattenbach scheinen angebracht.