Goldfuchs

 

Deine Haare leuchten im Düstern,

du schöne Frau, die ich hasse! –

Dir beben die rosigen Nüstern

wie einem Pferd von Rasse.

 

Goldfuchs, schüttel` die Mähne

frei von Fessel und Band!

Eine leuchtende Strähne

schling´ ich mir um die Hand.

 

An deinen eigenen Haaren

zwing´ ich dich niederwärts;

jetzt sollst du zitternd erfahren:

Ich liebe nicht Spiel noch Scherz.

 

Du Schöne und Stolze und Blasse, —

du, die ich nie geliebt, –

ich küsse gut, wenn ich hasse, –

ich nehme, wenn man nicht gibt!

 

Jetzt hilft keine Sträuben und Schämen,

weil ich dich haben will. —-

Goldfuchs, ich werde dich zähmen!

Halt´ still!

 

(Marie Madeleine von Puttkamer)