In der Selbsterfahrungsgruppe gab es einen Tumult, als ich an die Reihe kam beim Kennenlernspiel. Wir sollten uns einen aus der Gruppe aussuchen, diesen uns bisher unbekannten Menschen in der Ich-Form vorstellen. Eine große, ungelenke, brav aussehende Dame nahm ich mir vor. „Also, ich bin die Adelheid de Lampion, und ich bin Handarbeitslehrerin bei den Nibelungenschülern, unverheiratet und habe daheim zwei süße Rauhhaardackel…“- ohje, die Dame wurde puterrot, stand auf, wollte wohl handgreiflich werden. Ich wurde von der Selbsterfahrungsgruppenleiterin rausgeschickt und sogleich wegen heftigster Bauchschmerzen zu ihrem Mann, der Arzt in der nahe gelegenen Ambulanz war, beordert. Der lachte über die „Spirenzchen“ seiner Frau, drückte an meinem Bauch herum, sagte, ich solle heimgehen, eine Wärmflasche drauflegen und ruhen. Alles wurde gut.

Getroffene Hunde bellen. Den Spruch sich anhören.

Später in einer anderen Gruppe soff der Suchtberatungstherapeut und vögelte jeweils eine schöne hilfesuchende junge Frau.

Davon wollte ich nicht erzählen. Lebenserinnerungsfitzelchen drängen sich raus und hierher. Dabei jucken aktuell die ersten Schnakenstiche.

Was jetzt?

Kieselsteinchen putzen, Storchenschnabelgewächse fotografieren, harsche Flächen vom Sand befreien, ein hartgekochtes Eichen mit Maggitröpfchen beträufeln und unter grauem Himmel verzehren.