Von den uralten Dingen

 

Vorbei die Zeit der goldnen Hintergründe.

Ungeduldig schreiten wir über die Karos

In Lavinias vorbildlich gemalten Samtärmeln

Hinweg ohne Gnade.

 

Wir suchen die Chiffre.

 

Schon die Glätte, hintergrundloser Glätte

Der papierenen Blumen, lackierten Stämme

Und der ausgeschnittenen Häuschen des kindlichen Zöllners

Läßt unser Herz klopfen.

 

Wir ahnen die Chiffre.

 

Aber erst später Chagall und flockenwirbelnder Miró

Und die chinesischen Zeichen, die alten, von heute

Und natürlich schon lange der große Wassily

Mystisch ordnend mit musikalischen Händen

 

Gibt uns die Chiffre der uralten Dinge.

 

(Veronika Erdmann)