Wieder so Sachen, die mit Altern und Töden zu tun haben. Obwohl ich doch abends im Bett so lache, dass die Liegestatt beinahe zu wandern beginnt. Der Joachim Meyerhoff mit seinen Zeilen über die Wunderkreischchampagnergroßeltern mit Schlüsselchen zum Nypmenburger Schlosspark kann das. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“.

Nicht nur über die schreibt er, auch über seine Eltern, seinen verstorbenen Bruder, die Schauspielerlernkollegen, und andere. Es ist zum Lachen, wie ich schon sagte, aber auch zum Weinen und zum Überlebensnachdenken. In den nächsten Tagen kommt noch ein Zitat, in welchem meinen Gedanken beim Erleben von Toden in der engsten Umgebung heftigst intensiv hervorragend Worte gegeben werden.

Krakle ich Notizen hin, ist ein neues Buchstabentauschvergesssystem sichtbar, auch ein zunehmendes Gezitter vertreibt die feine, ordentliche, brave Lehrerinnenschrift.

Wäre eventuell bei der Stimme ähnlich, doch die höre ich ja nicht. Klingelt -selten- das Telefon, stelle ich blitzschnell die Stimme auf stramm, straff und jugendlich ein. Wo kämen wir denn sonst hin.

Auch die Freundin von Uschi Obermaier, der laut Medien ungezähmten Wilden, hört man, wie ich in der doofen Klamottenkaufanbietsendung sehen konnte und hören, dieses neue Alterstimbre an.

Kein Mensch wird verschont. Niemand hält diese Janis-Joplin-Stimme bis ins hohe Alter, es sei denn, man ist ein Piepsstimmenservicewesen. Da lach ich mich schepp, so unnatürlich…

Meine eine Oma hatte eine liebe Zitterstimme mit bisschen Weinerlichkeit, die andere, die so lange lebte, ein Bitterdragonermitleidslosgetönsorgan.

Meine soll Edith Piaf oder Hilde Knef sein, ist aber eher leicht Sentabergerisch und viel zu leise. Was wohl noch wird?