Hau mir bloß ab, du elendes Miststück, du egoistisches Biest, du feiger Waschlappen……….ach, dergleichen mehr. Eine Mutter, ein depperter Partner, eine verstörte Oma – die könnten das hinter einem Familienmitglied her gerufen haben – und jetzt hockt dieses ehemalige Verwandtenmiststück auf dem kühlen Ledersessel oder im warmen Korbstuhl bei Therapeutens und beschwert sich.

Habe wieder so ein feines Buch über „Fälle“ erwischt: Gabriel Rolón: Trauer Panik Leidenschaft. Geschichten aus der Psychotherapie. btb München 2016.

Meine tägliche Schlürfsuppe, neben dem nächtlichen Altmann-Buch, noch nicht ausgelesen – gestern Abend durfte er einer wilden Zahnärztin während der Behandlung an die Brüste greifen und benötigte deshalb kaum Betäubung. Auch so ein Fall.

Die Bücher von dem, der mit vielen abstrusen und knallverrückten Fällen groß geworden ist, will ich noch lesen – der heißt Joachim Meyerhoff, ist Schauspieler und Autor- und wurde in oder neben einer Irrenanstalt groß. Wie neugierig mich das macht!

Ich wurde neben einem Schlachthof groß, wo die Schlachthofobermetzgerstochter mir die abgeschnittenen Kuhköpfe zeigte, wo wild gewordene Sauen rasend rasten, die Gummischürzenschlachter hinterher- und wo es nach Blut roch und ihre Mutter ihr vor der Schule die zierlichsten Zöpfchen flocht.

Die Fabriksirene tönte mittags von der Glasfabrik gegenüber, da kam dann auch mein jüngster Onkel zum Essen. Allüberall Pickel, gestottert hat er und mir Sachen für kleine Mädchen gezeigt.

Oder was er dafür hielt.

Als nächstes lese ich den Fall des Kryptofaschisten, der steht auf einem anderen Blatt. Und nicht im Rolón-Buch.

Ob der Frühling in echt kommt?