Es geht um Mütter und Großmütter, um wilde Sachen und historische Erscheinungen.

In meiner aktuellen Lektüre. Einmal ist es von Alina Bronsky das Buch „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“, dann das Buch „Die Mutter meiner Mutter“ von Sabine Rennefanz.

Im ersten will eine von ihrer für dumm gehaltenen Tochter kein Enkelchen kriegen. Sie beauftragt eine Bekannte, der Tochter das Kind mit einer Stricknadel zu nehmen. Natürlich erst, nachdem knallheiße Senfsamenbäder nichts geholfen haben. Später, nachdem auch die Stricknadel angeblich nur einen mitwachsenden Zwilling rausgeholt hat, verbündet sich die Großmutter wie verrückt mit der Enkelin, nimmt sie an Mutterstelle an und sie erleben heftigst theatralische Abenteuer, wobei ich mich noch auf Einiges freue, bin erst auf Seite 25.

 

Im andern Buch geht es um die Angst, von Generation zu Generation weitergegeben. Ein kleiner Auszug aus dem Klappentext: „Sabine Rennefanz erzählt Anna Steins bewegende Geschichte aus der Perspektive der Enkelgeneration. Brutalität und Gewalt gab es nach dem Krieg in vielen Familien, sie wirkt in den Kindern und Enkeln immer noch nach. Und wie in Annas Fall wurde fast immer weggesehen und geschwiegen.“

All das geht mich verdammt was an. Nicht umsonst wollte ich im Traum zu meinem alten Sauhundtherapeuten, wo achthundert andere auch hinwollten. In seinem Eingangsvortrag wollte er sondieren. Ich fand keinen Stuhl. Es gab nur winzige Kindergartenfiligransitzgelegenheiten. Mit Absicht, lebensschwere, reife Leute waren unerwünscht. Der Einheizer war ein Muskelprotz im Posingdress; wir sollten ihm wüste Bewegungen nachmachen, was nur die durften, die einen ordentlichen Sitzplatz hatten.

Mein Traum-Ich sollte sich endlich mal was erlauben. Ich hätte ja einem Mitturnenden den Stuhl unterm Hintern wegziehen und unter den achthundert verschwinden können. (Selbst im Traum zu wenig Selbstbehauptung. Das will ich jetzt aber nicht gesagt haben!)