Da starb eine, noch nicht alt und ihr Liebster tat das Stückchen hier in ihre Todesanzeige:

„Aus der Küche scheint die Sonne ins Zimmer.

Es ist still.

So still,

dass die Staubkörner in der Luft stehen bleiben

und erfrieren wie zu einem Bild.

Ich weiß, der Tag wird lang.

Aber ich bin müde

und wünsch` mir jetzt dein Kleid voller Leben.

So möcht` ich dich jetzt eine Zigarette rauchen sehen

um dann müde zu dir zu kriechen.

So, wie in dem Traum von dir,

der nebenan in meinem kalten Bett

auf mich wartet. (Wolf Maahn)“

 

Ob der trauernde Mann wohl wusste um die Dinge, die seine Liebste nicht aufschrieb, die sie träumte, liebte, im Innern wilde herzte?

Nein, ich habe mit der Verstorbenen nichts zu tun, kannte sie nicht – wohl aber eine andere, deren Todesanzeige sich quer unter dieser da befindet. Sie war eine wüst kreischende, aber geliebt verständnisvolle, selbst erwählte Ersatzmutter unseres Sohnes. Zu viel Gift tötete nach und nach ihren armen Körper.

Der Frauentag war ihr schnurz. Ihre wild verwinkelte Ahnenfamilie rief verhalten immer wieder. Nun haben sie sie.