Da war ich nach dem Aufwachen und Ächzen und Strumpfanziehenschuhebindesorgfaltsgehabe mal wieder ein Teil des „Klickviehs“ in meinem privaten Kulturmuseum, danach Stadtbummelviech mit Lediglicherledigungen. Bei meinem Lieblingseisbecher namens „Schornsteinfeger“ mit dem Liebitaliener über Mühlen und andere Denkmäler gesprochen. Nun weiß ich, dass es in Groß-Karlbach in der Pfalz ein Mühlenmuseum gibt – und aus einem Rumliegmagazin, dass eine namens Jill Alexander Essbaum ein harsches „Hausfrau“- en Buch geschrieben hat, über eine, die voll gut situiert in Zürich eben daran zerbricht.

Gebrochene Existenzen, davon lese ich gern, betrachte solch menschliches Sonderleben geilguckerisch in Filmen. Da kriegt man was geboten.

Eine uralte, winzige Frau sah ich neben ihrem beiseite geschobenen Spitzenrandvorhang stehen und ratlos leer auf die Straße schauen.

Wenn es doch nur irgendwo einen Plan gäbe…So etwas wird die sich nicht wünschen. Es sah alles alt, gelblich und vertrocknet aus. Wie wir mal werden, wenn wir nicht vorher bewusstlos in eine Supermarktkühltruhe fallen, hemmungslos verbluten nach einem Unfall oder irgendwo zwischen die Gleise oder in kühle Gletscherspalten rutschen.

Heute kommt der Enkel wieder für paar Stunden. Althausschuppenscheunenbesichtigung, mit kleinen Fahrdingern über Rämpchen sausen, Seifenblasen hinterher plappern, durch den Briefkastenschlitz riesige Weinlesemaschinen und Traktoren beobachten, mit Gießkännchen hantieren, Waffeln mit roten Trauben probieren, Nüsse zum Trocknen legen oder einfach nur Beine baumeln lassen und Tierbücher anschauen!

So wird`s werden. Was bin ich froh, dass ich nicht stattdessen Houellebecqbücher lesen muss.-