Durch die nachwinterlich graubraunen Weinberge heute weder flaniert, gewandert, gerannt, gewalkt, gestöckelt, gehechelt, sondern einfach plaudernd mit der kurzhaarigen Freundin gegangen. Sie trug schön knurzelige Schnürschuhe und wir trafen in den Gärten draußen stramme Jungmänner, die sich anschickten, ein rheinhessisches Wunder, nämlich einen Nadelbaum, zu fällen.
Junge Frauen, die im Frankfurter Neureicheneinzugsgebiet wohnen, Kronberg u.ä. – mit ihren dicken Jeeps die Kinder in den Waldorf- oder Waldkindergarten kutschieren und anschließend auf der Zeil shoppen gehen, werden so wunderhübsch „Taunustörtchen“ genannt.
Wir zwei reifigen Rheinhessentorten waren also unterwegs. Die Sprache kam auf ordentliche Totenfeiern, wo beim Beerdigungsinstitut mitten im Angehörigengespräch gesagt wird: Ach, jetzt holen wir ihn doch einfach mal dazu! (Und der Tote wird reingebracht und eh wie ein Mensch behandelt).
Die Schmandtorte mundete bei Kaffee, Kachelofen und weniger toten Unterhaltungsfetzen.