Im Dorf weit hinten, wir hinter der Kuhherde, barfuß. Und dann da durch. Grüne Warmfladen, dampfig, frisch, unanständig.
Der alte Clemens lebte mit seiner weniger alten Schwester. Er glitschte auf dreckigem Balken den Misthaufen hoch und runter, mit der Schubkarre rostig rädernd.
Im Backhäuschen reichten uns die dicken Schürzenfrauen warmes Duftbrot mit Butter.
Auf der Wiese spielten wir Kuh, fraßen das Gras in echt. Ohne Wurzeln, der dickzöpfigen Bestimmerin zuliebe. Unterkühe, wir.
Dafür quälten wir die echten ab und zu. Steckten ihnen lange Stöcke irgendworein. Lachten über ihren zornigen Kuhgalopp in Folge.
Die Jungs des Hosenträgerclubs schlugen Doktorspiele im Mischwald vor. Einmal übern Ast legen. Ne, lieber abhauen, ohne Stöckchen irgenwodrin.
Später verbrannten traurige Bauern ihre Höfe, bevor die Fluten der Wasserversorgungsgesellschaft Backhäuschen und alles im Kalten verschwinden ließen.

7 Kommentare
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Januar 27, 2012 um 10:34 AM
axeage
Köstliches Jugend-Stillleben, das einen heutzutagigen facebook-Nerd wahrscheinlich nur kopfschüttelnd über seinem WordPress-App brüten und ihn sich fragen lässt, was Du mit diesen 1.0-Erlebnissen wohl alles gemeint haben könntest.
Januar 27, 2012 um 12:43 PM
wildgans
Genau, tausende werden brüten…
Januar 27, 2012 um 3:00 PM
Sati
Köstliche Bilderwelten. Ich nehme mal an, die Kühe wurden nach dem Mischwald-Erleben von weiteren Stöckchenspielen verschont … traurig aber immerhin zornig das Ende. Ich hoffe, Du schreibst ein Buch? Oder hast schon? Danke für den Ausflug auf´s weite Land, Sati
Januar 27, 2012 um 5:08 PM
Rosi
Ja, so war es, Schwester!
Und der Clemens hat immer volle Kanne gepupst an der Bushaltestelle. Und wenn der Bauer, der unter uns am Hang seinen Hof hatte, Schlachtfest machte und die Schweine qiekten, bin ich trotzdem hin und habe mir ein dickes Wurstbrot geholt – die Lust war stärker
Dickzopfig: Dorle?
Jetzt weiß ich auch, warum ich öfter Würmer hatte als Kind: vom Grasfressen… hatte ich ganz vergessen.
ICH hab die Dokterspielchen gern gespielt – kreisch!
Schön haste das erinnert.
Rosi
Januar 27, 2012 um 8:51 PM
wildgans
Die freuen mich gar sehr, diese Eure Reaktionen!!!
Sati, DAS hier IST mein Buch….ein gedrucktes will ich mir nicht antun…Ich finde Bloggen ideal für meine Bedürfnisse!
Geht es Dir nicht ähnlich? Jedenfalls ist Deine Schreibe auch buchschreibwürdig, und WIE!
Januar 27, 2012 um 9:42 PM
axeage
Jedenfalls ist Deine Schreibe auch buchschreibwürdig, und WIE!
Unterschreib’ ich !!!
Januar 28, 2012 um 5:57 PM
Sati
Danke, liebe wilde Gans – vielleicht hast du es einfach besser erkannt als ich …. ich träume immer noch von einem längeren Text. Aber wozu eigentlich?! Ja – du hast recht. Häppchenweise schreiben – geht auch.