Etwa um zehn Uhr ging der Alte zum erstenmal, um sich drüben einen zu zwitschern. Ich stand dann gewöhnlich am Fenster und sah nach dem Hotel hinüber, wo George Sanduskuy die schweren Koffer auf die Taxis lud. Wenn keine Koffer zu heben waren, legte George die Hände auf den Rücken und machte Kratzfüße vor den ein und aus gehenden Gästen. G.S. hatte schon zwölf Jahre lang Kratzfüße gemacht, Koffer gehoben und Türen geöffnet, ehe ich zum erstenmal meinen Platz am Fenster der Schneiderwerkstatt einnahm. Er war ein reizender, höflicher Mensch mit schönem weißem Haar und stark wie ein Ochse. Er hatte die Arschkriecherei zu einer Kunst erhoben…
(aus „Der Schneiderladen“ von Henry Miller)
Vorher steht da noch über einen anderen beobachteten Menschen, dass der eine gute Entschuldigung hatte, um nicht auf ein bestimmtes Begräbnis zu gehen: er hatte keine Beine.
Ich finde, der Autor Miller kann intensive Milieu- und Menschenschilderungen …ehm, schreiben. In seinen Büchern und Erzählungen fühlte ich mich heimisch wie in einer leicht verruchten Bar mit leiser Stehbluesmusik und wildesten Lebenslaufcocktails…

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