Sommer

Der Berg ist schläfrig von dem langen Sonnen-
bad
Und niemand hat die Wolkenherde auf den
Sommerhimmel hingetrieben;
Sie war zu müd, und schläft hinter den sieben
Horizonten. Auf der weißen Straße trommelt
fern ein Rad.

Jetzt summt ein Mückenschwarm den Nacht-
choral,
Ein kleiner Wind ist aufgewacht und läuft durchs
Tal
Schüttelt die Linde, die vergessen hat, Parfum zu
kaufen;
Dann spielen Kinderhände mit Kartoffel-
stauden
Und zerren an dem weißen Bart von einem Baum.
Der aber scheint zu lächeln, wie ein guter, alter
Herr im Traum.
(Friedrich Glauser, für Paul Schranz)